Ltr in dating

24 May

Schwule hat Joel Simkhai über Grindr zusammengebracht, meist für Sex. Es führte zwar nicht zu einem Date, aber spätestens seitdem kennt die Welt App-Dating. Das sind keine Geheimdienste, sondern eingeführte Dating-Abkürzungen: Long Term Relationship (feste Beziehung), No Strings Attached (ohne weitere Verpflichtungen), Down To Fuck (äh, Sex? Erfunden hat diese Art des Aufeinandertreffens Joel Simkhai. In einem viergeschossigen Glasbau, an den Seiten rot angestrichen, sitzt Grindr. Trotzdem beeinflusst die Firma – der Name steht für eine Smartphone-Applikation – Ihre Lebenswelt oder die Ihrer Kinder und Enkel.Das Prinzip ist einfach: App öffnen, Fotos von Fremden anschauen, Kurznachrichten an sie schreiben, Treffen vereinbaren. Sie sortiert mögliche Partner nicht nach gemeinsamen Interessen, wie es Partnerbörsen tun, sondern geht danach, wer sich gerade in der Nähe befindet. Hinter der Eingangstür des Großraumbüros, Erdgeschoss, Office 101, schmiegen sich ein Dutzend Bücher aneinander.Das ändert sich im Juli 2008 mit dem i Phone 3G – dem ersten Smartphone, das GPS-Daten verwendet und Apps von Dritten anbietet.Joel Simkhai denkt über seinen Traum nach, investiert 5000 US-Dollar, beauftragt Programmierer und entwickelt Grindr als Gratis-App.

Der Gründer sitzt normalerweise in einem verglasten Büro rechts vom Mini-Regal.Über seinem Büro steht „0 feet away“ – eine Referenz an das Prinzip der Nähe, auf das Grindr seinen Erfolg gründet.Ein Spaziergang, ein Kaffee, Sex, alles ist möglich.„Diese Anonymität hat mir gefallen“, sagt Joel Simkhai. Auch heterosexuelle Menschen beginnen, sich über Chatrooms zu verabreden.Eine simple Idee, einfach zu schauen, wer um die Ecke verfügbar ist: 120 Meter entfernt? Es sind Klassiker der Schwulenliteratur, „Geschlossener Kreis“ von Gore Vidal, „Ein einzelner Mann“ von Christopher Isherwood.Knapp 30 Angestellte sitzen an Computern oder tagen in Konferenzräumen, die Castro oder West End heißen – Anspielungen auf Homo-Viertel rund um die Welt.